Martin Pohl
fa della pittura il punto focale del suo lavoro coniugando
concettualità e materialità in uno stile assolutamente
singolare.
La sua ricerca
si inserisce in quel contesto internazionale che, sin dalla
prima metà degli anni novanta, vede una generazione
di giovani artisti impegnati a trasformare la pittura estendendone
l’ambito di sua pertinenza.
L’artista
altoatesino (1961) non si esprime per tematiche ma attraverso
i materiali ed il loro utilizzo.
Il supporto che egli lavora, dapprima con colori sintetici, è rigido
e caratterizzato da una certa profondità che gli conferisce un doppio
aspetto di dipinto-oggetto.
I colori
sono una miscela di pasta di cera riscaldata e pigmenti diluiti.
La tecnica impiegata impone che l’opera sia compiuta
prima che l’inpasto sia raffreddato; il gesto veloce
e mosso assume così un’importanza concettuale.
Questo modo
di procedere è stato più volte definito “barocco”.
Tale affermazione nasce dalla presenza di un tratto ritmico,
elemento questo dell’interazione delle curvature che
impediscono all’occhio di rimanere fermo.
Lo sguardo si mantiene in movimento seguendo così proprio uno dei principi
della raffigurazione barocca.
L’intensa e profonda aromaticità dei suoi lavori fa inoltre apparire
il dipinto ricco e prezioso, avvicinandolo perciò alla gestualità piena
delle opere barochhe, alla loro presenza e suggestività materiale
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Aus
dem Test von Elisabeth Samsonow
Wie
durch das Werk jenes Gottes, dessen Kopf an der Hinterseite
kahl ist, vorne aber mit einem Haarschopf versehen, damit
man ihn ergreifen kann, sah Martin Pohl sofort, wie wunderschön
es aussieht, wenn man Pigmente in einem Bindemittel aus Wachs
mit dem Spachtel auf einen einigermaßen widerstandsfähigen
Bildträger aufbringt. Die Pigmente gewinnen sozusagen
im Wachsbad an gläserner Transparenz. Man starrt nun gewissermaßen
ungläubig auf diese breiten Streifen von Farben, die ein
exzentrisch geführter Spachtel in kurvige Formen geschoben
hat. Die .älteren. Linien befinden sich in einer zum Hintergrund
mit Tiefenwirkung aufgestuften Bildzone, die jüngeren
im Bildvordergrund . all das Begriffe, die aus einer Malerei
entlehnt sind, die in einem simulierten Tiefenraum dreidimensionale
Geschichten zu erzählen hatte. Diese durch die bloße
Wirkung kostbarer Farbmaterie Punkte machenden Bilder erzählen
- außer der Historie der Hochzeit zwischen Spachtelgeste
und Farbspuren . eigentlich nichts, aber erinnern an viel.
Georges Didi-Huberman hat in seinem großen Frau- Angelico-Buch
dieses Nichts-Sehen, das durch den sehr raffinierten Farbauftrag
hervorgerufen wird, beschrieben: Er konzentrierte sich, im
Unterschied zu seinen Kollegen, die immerfort von den heiligen
Bildgeschichten und den ihnen zugehörigen Bildkompositionen
fasziniert waren, auf die Sockelzonen der Fresken, auf welchen
der Maler mit lockerer Hand Ungegenständlichkeit in Szene
setzte. Diese Sockelzonen sollten wie Rahmen wirken, die mit
den von ihnen eingeschlossenen Bildern zu harmonieren suchen,
d.h. sie sollten ein Echo auf die Narrativität der Szenen
sein. Also gerieten sie zu Bildern, die keine Bilder waren
und setzten so die Halluzination oder innere Suchmaschine in
Gang: Man glaubt da Wolken zu erblicken, geäderten Marmor,
fliegende Vögel oder die unleserlichen Kryptogramme einer
untergegangenen Kultur.........Wieso sieht man in Martin Pohls
Bildern riesenhafte Klatschmohnblütenblätter, Pleureusen
von Issey Miyake-Kleidern, junge grüne Triebe, dschungelhaftes
Wuchern und makroskopierte Gräser oder Blutgefäßwände?
Es wird daran liegen, dass das sich zurückziehende Objektive
das Auge herausfordert, ihm nachzugehen. Es aktiviert eine
Fülle von Muster-Objekten bzw. Objekt-Mustern, um die
Wiedererkennung zu beschleunigen. Das Auge arbeitet sich in
einer Art Erkenntnis seiner eigenen Aktivität ab und lässt
seine Automatismen (mit)sehen . eine Sensation. In Wahrheit
handelt es sich also bei dieser Malerei um eine Spielart der
Skulptur: Auch wenn die Malerei eine ihrer wichtigsten Episoden
in die Erzeugung einer virtuellen dritten Dimension investiert
hat, so ist ihr doch kaum je eine derart handgreifliche Wirkung
des Striches beschieden gewesen. Bei Martin Pohl ist jeder
Spachtelzug ein Schlauch. Nachdem er nun einmal zu diesem Konzept
gekommen war, folgte die endlose Variation: Man sieht Diptychen,
chromatische Binome in Grün und Violett zum Beispiel,
in Gelb und Blau, aber auch das Überziehen einer monochromen
Windung mit einer anderen Windung in einer zweiten Farbe, welche
die plastische Wirkung auf Schwindel erregende Weise potenziert.
Wie im Aquarell addieren sich die übereinander gelegten
Farben zu satten, schattigen Tönen, welche nun, in die
beschriebene Schlauchform gebracht, Lichtblicke in Lichttunnels
freigeben: Ineinander geschachtelte Tunnels wirken wie die
ultimative Laparoskopie, ein Bild von einer Augensonde, die
in das Innerste eines Inneren getaucht worden ist.
Nicht nur die Renaissancealchemisten ahnten, dass das Eindringen in das Kleinste(Mikroskopische)
von einer entsprechenden Ausfahrt ins Größte begleitet werden muss,
weshalb Martin Pohl, nicht nur aus Gründen, die mit der zeitgenössischen
Kunst-Politik des öffentlichen Raumes zu tun haben, zum Sturm auf den Museumsraum
angesetzt hat. Die jüngsten Bilder präsentieren dem Betrachter eine
Spielart jener Autonomisierung, die in gewisser Weise bereits mit dem Verzicht
auf Gegenständlichkeit angepeilt worden war. In einer verblüffenden
Geste der Antizipation legt Martin Pohl es darauf an (nicht, wie man meinen würde,
die Wachs-Pigment-Bilder in die großen Museen zu manövrieren, sondern
umgekehrt:), die großen Museen in die Bilder zu manövrieren. Die Bilder
sind sorgfältig konstruiert: in die euklidische Perspektive eines identifizierbaren
Museumsraumes gesetzt erblickt man einen Pohl. Mehr lässt sich auf der Fläche
nicht machen. Einmal trägt sie die virtuelle Tiefe der farbigen Schlauch-und
Pleureusenarchitekturen, die ihrerseits wie ein Loch zur vierten, fünften
und sechsten Dimension in ein Koordinatennetz aus Fluchtlinien gesetzt ist. Und
zweitens ist sie Schauplatz jener triumphalen Subversion, die von David in Richtung
auf Goliath ausgeübt wird: Das portable Atelierbild macht nun aus seiner
ewigen Not eine Tugend und setzt sich über die Maschinerien seiner Präsentation
auf unerwartet stringente Weise hinweg, indem es sie nun einfach selbst enthält.
Dies ist eine unerwartete und sehr spielerische Aufstufung jener schon so oft
als ultimately flat diagnostizierten Fläche des Bildes. In seiner .flatness.
ruft es die Schalen und oder Hüllen wieder hervor, in die es eigentlich
gehört. Der Gang durch die Institutionen wird in diesen Bildern ein integraler
Teil, und zwar im Modell: Sie sehen aus wie jene Kartons oder computergestützte
Simulationen, mittels derer ein glücklicher, zur Ausstellung in einem Museum
Geladener für seine Ausstellung sein Konzept vorstellt. Die spekulative
Idealisierung, die jene Modelle enthalten, wird als Bildelement bzw. sogar als
Kompositionsprinzip erfasst und integriert, und zwar deshalb so erfolgreich,
weil sie ja immer schon die Traumdimension des Bildes selbst gewesen ist, der
Wunschkontext, in welchem das Bild zu seiner vollen Bedeutung auflaufen soll.
Man sieht diesen Bildern an, dass sie sozusagen selbstreflexiv sind und sich
in einem strukturellen Narzissmus auf sich beziehen, aber sich auch selbstbezüglich
freuen wie jemand, der sich in eine glückliche Zukunft projiziert. Derlei
Freude nannte der barocke Philosoph Campanella das Gaudium der räumlichen
Erstreckung (corpora gaudiunt in spacio). In freier Interpretation einer Idee
der als Raum aufeinander stehenden Flächen nehmen in diesen Bildern Martin
Pohls die Bilder Martin Pohls nicht, wie man erwarten würde, die Wände
beispielsweise der ehrwürdigen Albertina ein, sondern auch andere Flächen
wie den Boden. Da bescheidet sich das Bild nicht mehr mit den ihm zugewiesenen
Quadratzentimetern, sondern tanzt frech durch alle Räume. Besucher sind
noch keine zu sehen.
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